Betreff
Sanierungsgebiet "Zentrum Nord"
- Gestaltung der oberen Hauptstraße und des Knotenpunktes Haupt-/ Wilhelm-/ Karlstraße
- Vorstellung der Entwurfsstudie
Vorlage
2020/021
Aktenzeichen
623.22
Art
Beschlussvorlage

Auf die Gemeinderatsdrucksache 2020/20 mit Vorstellung der Entwurfsstudie und ausführlicher Diskussion im Ausschuss für Technik und Umwelt am 11.02.2020 wird verwiesen.

Hier hat der Ausschuss eine Empfehlung für die Weiterbeauftragung des Büros Bolz + Palmer auf der Grundlage der vorliegenden Studie abgegeben, so daß der Gemeinderat in dieser Sitzung den im Beschlussvorschlag beschriebenen Beschluss fassen kann

 

Nachfolgend sind im Einzelnen die Aufgabenstellung für die Erarbeitung der Studie, die Bestandssituation und die Planung mit Zielstellung beschrieben.

 

Aufgabenstellung:

 

Die im Sanierungsgebiet „Zentrum Nord“ liegende obere Hauptstraße und der nördlich angrenzende Kreuzungspunkt Haupt-/Wilhelm-/Karlstraße weisen im jetzigen Zustand starke Defizite im Bereich der fußläufigen Verkehrssicherheit, der barrierefreien Begehbarkeit und der Aufenthaltsqualität auf.                                                                     

 

Die projektierte Neubebauung im Bereich der oberen Hauptstraße / Schorndorfer Straße ergibt einen weiteren Handlungsbedarf für die Neuordnung der Verkehrsströme und Parkierung. Nicht mehr der rein funktionale Verkehrsstrom durch PKWs entlang der Karl- und Wilhelmstraße soll vorrangig abgewickelt werden. Sondern alle verkehrlichen Belange zu Fuß, mit dem Rad oder PKW sind neu zu überdenken und mit den Möglichkeiten für barrierefreies Gehen sowie Aufenthaltsqualität und Möglichkeiten zur Parkierung verknüpft werden. Als wichtiges städtebauliches Ziel ist eine Anbindung der oberen Hauptstraße an die südliche Weiterführung Richtung Rathaus gewünscht.

 

Neben der Aktualisierung der vorhandenen Einkaufssituation und Steigerung der Aufenthaltsqualität in diesem zentralen innerörtlichen Bereich soll der Aspekt einer klimaangepassten und nachhaltigen Grünstruktur bei der Planung eine wichtige Rolle spielen.

 

Für diese Aufgabenstellung wurde in der Gemeinderatssitzung am 26.03.2019 das Büro                              Bolz und Palmer aus Winnenden mit einer Entwurfsstudie beauftragt. Vom Büro Bolz wurde Landschaftsarchitekt Harald Fischer als Unterstützung für die Gestaltung des Freiraumes hinzugezogen, beide Planer werden bei der Sitzung anwesend sein.

 

Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes umfasst die obere Hauptstraße vom Rathaus bis zur Schorndorfer Straße und den Kreuzungspunkt Haupt-/Karl-/Wilhelmstraße von der Brücke über den Reichenbach bis zur Moltkestraße.

 

Die Entwurfsstudie wurde am 28.11.2019 in der Planungsgruppe „Freiflächenplanung Ortsmitte“ den Vertretern aus dem Gemeinderat und der Verwaltung sowie einem Vertreter der WIR-Gruppe bereits vorgestellt. Die Resonanz für das vorgestellte Konzept war durchweg als positiv einzustufen.

 

 

Bestandssituation:

 

Die Hauptstraße vom Kreuzungspunkt Wilhelm-/Karlstraße nach Süden ist als Einbahnstraße ausgebildet. Die Hauptstraße ist in diesem Bereich die zentrale Einkaufsstraße von Reichenbach und ist rechts und links im Erdgeschoß durch Einzelhandel und in den Obergeschoßen durch Wohnen und teilweise Dienstleistung geprägt. Angrenzend an den Straßenraum sind Längs- und Senkrechtparkplätze angeordnet, mit Unterbrechung von in regelmäßigen Abständen angeordneten erhabenen Pflanzbeeten. Direkt angrenzend an die Parkierung erfolgt die fußläufige Verbindung zu den einzelnen Geschäften.

 

Der nördliche Bereich der Hauptstraße ist ebenfalls als Einbahnstraße ausgebildet und wird geprägt durch Einzelhandel, Dienstleistung und Wohnen und durch eine im Moment ungeordnet stattfindende Parkierung. Das neu entstehende Quartier an der Ecke Haupt-/Wilhelmstraße bietet jetzt die Chance einer attraktiven und städtebaulich hochwertigen Neuordnung dieses Bereiches.

 

Die Wilhelm- und Karlstraße dient als Erschließungsstraße und ist von starkem Verkehr geprägt, angrenzend befindet sich hier Gastronomie, z.T. Dienstleistung und vorrangig Wohnbebauung. Beidseitig ist ein Gehweg angeordnet, Parken ist entlang der Straße erlaubt. Gekennzeichnete Stellplätze gibt es nicht.

 

 

Zielstellung:

 

·         Umgestaltung des öffentlichen Raumes

·         Erhalt der Einkaufsmöglichkeit

·         Schaffung von attraktiver Aufenthaltsqualität

 

Planung:

 

Die Neugestaltung der oberen Hauptstraße sieht die Neuordnung des öffentlichen Raums vor. Der bis Dato vorhandene Tiefpunkt im Kreuzungsbereich soll durch Anhebung der Gradiente entschärft werden, so dass künftig eine barrierefreie Querung des Kreuzungsbereichs möglich ist. Die vorhandenen Grünbeete auf der westlichen Seite können dadurch künftig entfallen, so dass der Raum neu aufgeteilt werden kann. Entlang dem Gebäude Hauptstraße 27 bzw. 19 werden 6 Längsstellplätze errichtet. Die Abfangung des Höhenunterschieds zwischen Gebäude und Stellplätze erfolgt z.B. mittels einer moderaten Mauer, welche künftig durch Holzauflagen als Sitzbank genutzt werden kann.

 

Im Vorfeld der Planung wurden durch den Gutachter Martin Müller die Platanen in der Hauptstraße hinsichtlich deren bestehender Vitalität und weiteren Entwicklung untersucht. Das gesamte Gutachten ist in der Anlage beigefügt, außerdem wird Herr Müller in der Sitzung anwesend sein. Gemäß dem Gutachten wird ein Erhalt der vorhandenen Platanen auf Dauer in Frage gestellt und empfohlen, die Bäume durch einheimische und klima- bzw. standortgerechte Baumarten zu ersetzen.

 

Diesen Umstand aufgegriffen wird vorgeschlagen, auf der östlichen Seite der Hauptstraße die Stellplätze neu anzuordnen, an definierten Stellen neue und größere Baumstandorte zu realisieren und den Fußgängern ausreichend Möglichkeiten zur Querung anzubieten.

 

Auf der westlichen Seite wird vorgeschlagen, in dem Bereich des vorhandenen städtebaulichen Gebäuderücksprunges zwischen Gebäude 13 bis 17 auf die Stellplätze zu verzichten und hier stattdessen Aufenthaltsqualität durch innerörtliches Grün, verschiedene Sitzmöglichkeiten, evtl. kleinere Spielmöglichkeiten für Kinder zu gewinnen. Die Fahrgasse selbst wird als 6m breites Band ausgebildet, welche in die Gestaltung dieses Bereiches integriert werden kann.

 

Die Einbahnstraßensituation bleibt weiterhin erhalten, dadurch bleibt der Fahrraum strukturiert und überschaubar. Die fußläufige Führung erfolgt zwischen Stellplätzen bzw. Grünanlage und Geschäften, Querungen sind an definierten Bereichen möglich.

 

Die Gestaltung der Hauptstraße oberhalb des Kreuzungspunktes Wilhelm-/Karlstraße orientiert sich an der geplanten Neubebauung auf der Ostseite. Die Fahrbahn wird hier als 5m breites Band ausgebildet, so dass die Möglichkeit für die Anordnung von 6 Senkrechtstellplätzen auf der östlichen Seite entsteht. Richtung Schorndorfer Straße verjüngt sich die Fahrbahn auf 4,5m. Auf der östlichen Seite sind weitere 3 Stellplätze für Längsparker angedacht, auf der westlichen Seite wie bisher die Gehwegführung.

 

Im Bereich der oberen und unteren Hauptstraße existieren bis dato 48 Stellplätze: 33 Senkrecht- und 13 Längsparker sowie 2 Behindertenstellplätze. Die Neugestaltung sieht künftig in diesem Bereich insgesamt 46 Stellplätze vor: 30 Senkrecht- und 12 Längsparker sowie eine mögliche Ausweisung von 4 Behindertenstellplätzen.

 

Der Kreuzungsbereich der Hauptstraße / Karlstraße / Wilhelmstraße wird der neuen Situation angepasst. Durch Verschwenkung der Fahrbahn in Richtung Wilhelmstraße, Anordnung neuer Baumstandorte („Torwirkung“), ggf. Abhebung des Kreuzungspunktes durch andere Materialwahl bei der Ausbildung der Fahrbahn wird dem Verkehrsteilnehmer künftig suggeriert, dass ein geänderter Verkehrsraum vorliegt. Ziel ist es, dass die ursprüngliche Durchgangserschließung an Attraktivität verliert.

 

Die Wilhelmstraße selbst wird durch die Anordnung von markierten Stellplätzen und definierten Baumstandorten neu geordnet. Je nach künftiger Bebauung auf der südlichen Seite der Wilhelmstraße in Richtung Moltkestraße kann die Anordnung einseitig oder alternierend erfolgen, so dass ein weiterer Verschwenk der Fahrbahn möglich ist. Die Gehwege werden weiterhin beidseitig mit einer Mindestbreite von 1,5m geführt und die Fahrbahn selbst erhält eine Breite von ca. 5,5m.

 

     

Priorität B: Bürgermeister und Amtsleiter sind vom Sachbearbeiter aktiv zu informieren. Der Gemeinderat erhält die Informationen auf Wunsch ebenfalls, jedoch sollte hier nicht die Erwartungshaltung entstehen, dass Gemeinderäte über jeden Schritt der Verwaltung im Detail Bescheid wissen müssen. Beteiligte / Betroffene und die Öffentlichkeit werden über das Ergebnis informiert

 

 

1             Von der Sachdarstellung wird Kenntnis genommen.

 

2             Auf der Grundlage der vorgestellten Entwurfsstudie wird das Büro Bolz + Palmer mit der Weiterbearbeitung bis LP 3 (Entwurfsplanung) gemäß HOAI 2013 beauftragt.

 

Finanzielle Auswirkungen                              Ja                                               Nein

 

   Ergebnishaushalt

         Teilhaushalt:                                                   Produktgruppe:      

 

   Investitionsmaßnahme      

         Investitionsauftrag:      

 

Ausgaben
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Einnahmen
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