Betreff
Forstwirtschaftlicher Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2022
Vorlage
2021/125
Aktenzeichen
855.12
Art
Beschlussvorlage

Vom Landratsamt Esslingen – Forstamt wurde der aus dem Forsteinrichtungswerk 2017 – 2026 entwickelte Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2022 bestehend aus dem Nutzungs- und Kulturplan übergeben.

Die Betriebszahlen wurden aus dem Forsteinrichtungswerk abgeleitet. Der entsprechende Beschluss wurde vom Gemeinderat in der Sitzung am 25.04.2017 gefasst.

 

Der jährliche Betriebsplan ist nach § 51 Abs. 2 des Landeswaldgesetzes vom Gemeinderat zu beschließen.

 

In der Forsteinrichtung 2017 – 2026 lauten die Planzahlen für die jährliche Nutzung:

 

 

2017 – 2026

jährlich

2022 geplant

geplant 2021

Vornutzung planmäßig

4.200

420

0

150

Vornutzung zufällig

 

 

 

Haupt- u. Dauerwaldnutzung planmäßig

7.300

730

900

750

Haupt- u. Dauerwaldnutzung zufällig

 

 

 

Summe

11.500

1.150

900

900

 

Der Nutzungsplan 2022 sieht eine Nutzung von 900 fm vor. Die Durchforstungsfläche beträgt

ca. 13,9 ha. Dabei fallen ca. 180 fm Nadelholz und 720 fm Laubholz (v.a. Eiche und Buche) an. Davon werden für den örtlichen Brennholzbedarf 390 fm als Polterholz zur Verfügung gestellt.

An unverwertbarem Holz fallen 140 fm Derbholz (unverwertbares Holz, z.B. Äste, Kronen) an.

 

Der ATU hat am 12.04.2016 (GRV 56/2016) anlässlich der Forsteinrichtungserneuerung 2017-2026 die Schlüsselindikatoren zur Walderhaltung, gesunden Waldökosysteme, Artenvielfalt, Schutzfunktion, Sozialfunktion Produktionsfunktion und Haushaltsfunktion und die Eigentümerziele anhand eines Fragekataloges beschlossen.

 

Zusammenfassung der Zielsetzung:

 

-          Waldfläche erhalten

-          Naturverjüngung

-          Einführung eines Alt- und Totholzkonzepts

-          permanente Rückegassen

-          Feinerschließungsrichtlinie

-          Schutzwälder.

 

 

Daraus ergeben sich folgende Planungsfestlegungen:

 

-          begrenzen des Holzeinschlags auf 8,7 Efm/Jahr und Hektar

-          Abbau des hohen Nutzungspotentials von Altholz und damit leichter Abbau des Holzvorrats insgesamt zur Reduzierung des Sturmrisikos

-          etablieren der klimatoleranten Baumarten, besonders Douglasie und Tanne

-          aufhalten des Nadelholz-Rückgangs

-          leichte Zunahme der Anbaufläche und Verjüngungsfläche

-          durch Naturverjüngung hoher Anteil der nachrückenden Waldgeneration

-          konstante Investitionen im Forsteinrichtungszeitraum

-          beibehalten eines positiven Betriebsergebnisses

 

 

 

 

 

Haushaltsplan

Rechnungsergebnis

 

Einnahmen

Ausgaben

Ergebnis

Einnahmen

Ausgaben

Ergebnis

2010

56.000

39.100

+ 16.900

  77.786

47.168

+ 30.618

2011

58.000

49.600

+  8.400

  65.114

44.276

+ 20.838

2012

57.700

45.800

+ 11.900

  58.800

44.251

+ 14.549

2013

55.200

41.700

+ 13.500

  63.727

38.042

+ 25.685

2014

59.500

46.200

+ 13.300

  49.173

27.466

+ 21.707

2015

53.100

36.000

+ 17.100

  97.608

48.635

+ 48.973

2016

51.500

36.500

+ 16.000

  70.414

43.243

+ 27.171

2017

77.700

76.600

+   1.100

119.739

85.618

+ 34.121

2018

60.900

56.800

+   4.100

  61.383

59.158

+   2.225

2019

84.600

139.800

-  55.200

104.210

114.007

-    9.797

2020

52.300

43.000

+ 9.300

  69.185

37.487

+ 31.698

2021

48.700

46.800

+ 1.900

 

 

 

2022

46.900

45.900

+ 1.000

 

 

 



Revierförster Daniel Fritz hat mitgeteilt, dass das bisher sehr feuchte Jahr 2021 dem Wald sichtbar gut getan hat. So sind in Reichenbach keine nennenswerten neuen Borkenkäferschäden aufgetreten. Auch der Sommersturm hat im Gemeindewald nur leichte Schäden hinterlassen. Von dem feuchten Frühjahr / Sommer hat auch die neu angelegte Kultur (Lützelbachtalweg mit 675 Pflanzen) profitiert. Die jungen Pflanzen sind sehr gut angewachsen.

 

Im laufenden Jahr haben zwei Holzerntemaßnahmen stattgefunden. Bereits im Januar eine Maßnahme an der „unteren“ Risshlade (Salzklingenweg/Risshaldeweg) und eine aktuell noch laufende kleiner Maßnahme (Holzrückung steht noch aus) im oberen Bereich des Risshaldenweges.

 

Stand 25.10.2021 sind folgende Holzmengen angefallen, die alle verkauft sind:

 

Menge (gesamt):              502,0 Fm

Planmäßig:                         475,5 Fm

Zufällige Nutzung:              26,5 Fm

 

Aus dem aktuell noch laufenden Hieb sind weitere ca. 150 Fm Holz zu erwarten.

 

Sorge bereitet jedoch der Zustand der Eschen (Eschentriebsterben) und der geschädigten Buchen, die sich von den vorangegangen Trockenjahre noch nicht erholt haben. Vor allem die Esche leidet sehr. Die Bestände entlang des Lützelbachtalweges sind daher in die diesjährige Planung aufgenommen worden, um die betroffen Bäume zu entnehmen.

 

Die Erlöse durch Holzverkauf reichen im Jahr 2021 nicht aus, um die Kosten für Fällung, Aufarbeitung und Abfuhr auszugleichen. Es wird ein Verlust entstehen, der jedoch insgesamt in der 10-jährigen Forsteinrichtung ausgeglichen werden kann. Die Holzerlöse sind nicht wie geplant eingegangen.

 

Im Jahr 2022 sind neben dem planmäßigen Holzeinschlag als zusätzliche Maßnahmen eine Kultursicherung, Schlagpflege und Jungbestandspflege auf einer Fläche von 14,2 ha vorgesehen. Ferner erfolgt eine Pflanzung von 350 Douglasien am Risshaldeweg in Abt. 1/1  i 5.

 

 

Priorität E: ./.

 

Dem Nutzungsplan und dem Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2022 wird zugestimmt.

 

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:                             Ja                                               Nein

 

 Ergebnishaushalt                                                              Investitionsmaßnahme      

Teilhaushalt:       / Produktgruppe: 5550                         Investitionsauftrag:      

 

 

Ausgaben in €

lfd. Jahr

Folgejahr(e)

Einnahmen in €

lfd. Jahr

Folgejahr(e)

Planansatz

 

     

45.900

 

 

46.900

üpl / apl

 

     

     

 

 

 

Gesamt

 

     

     

 

 

 

 

 

Auswirkungen auf das Klima:                        Ja                                               Nein

 

 +2                      +1                       0                         -1                          -2

 

Begründung: